Gemeinschaftspraxis Drs. Simonis

#

Familienstellen (nach Bert Hellinger)

 

Bert Hellinger geb. 1925 war lange als Ordensmissionar in Südafrika; Studium der Philosophie, Theologie und Pädagogik.

Später in den 70iger Jahren: Psychoanalyse und Psychotherapie.

Er fand heraus, daß Frieden in der eigenen Familie und in der Ursprungsfamilie von entscheidender Bedeutung für die körperliche und seelische Gesundheit ist. Er erkannte, daß wenn unsere Vorfahren oder in der jetzigen Familie Schlimmes getan oder erlebt wurde (Schicksalsschläge wie früher Tod, Selbstmord oder Morde, Mißachtung von Personen oder Abtreibungen etc.) dies in späteren Generationen zu Krankheiten und Leid führen kann.

(Beispiel: Urgroßmutter Selbstmord wegen unehelicher Schwangerschaft führte zu Geisteskrankheiten wie Schizophrenie in den folgenden Generationen)

Gelingt es beim Familienstellen Täter und Opfer zu versöhnen, brauchen folgende Generationen nicht mehr darunter zu leiden.

Nach Hellinger sind die häufigsten Ursachen der kranken Menschen, die in Psychotherapie kommen, nicht entwicklungspsychologisch durch seelische Verletzungen in der Kindheit, sondern (familien-) systemisch z.B. durch Identifizierungen ( Übernahme schlimmer Schicksale Verstorbener) bedingt.

Auch Träume können nach seiner Ansicht einen Bezug zu Erlebnissen früherer Familienmitglieder haben.

Familienstellen kann so auch noch körperliche oder seelische Krankheiten heilen, wo andere Psychotherapiemethoden versagt haben.

Schon der Ahnenkult unserer Vorfahren (z.B. Indianer) weißt darauf hin, wie wichtig der Frieden innerhalb von Familiensystemen ist.

Deswegen heißt es auch heute noch am Grab: „Ruht in Frieden!“

Hellinger: Das Gewissen ist ein der Willkür überlegener gleichgewichtsartiger Sinn, der im Dienste der Beziehung steht. Ein Handeln in Freiheit ergibt sich erst durch die Zugehörigkeit zu einem System (Familie). Jeder Mensch ist Teil eines Familiensystems und damit eines Beziehungungszusammenhanges. Dadurch hat er Anteil an den Problemen der anderen Familienmitglieder, gleichgültig, ob ihm das bewußt ist oder nicht.

 

Praxis: Erstellung eines Genogrammes (Stammbaum mit Vermerk schwerer Schicksale). Der Patient stellt entweder seine jetzige Familie mit wichtigen früheren Partnerbeziehungen oder seine Ursprungsfamilie auf. Dazu holt er sich Stellvertreter – auch für sich selber - aus dem Publikum und stellt sie intuitiv in den Raum entsprechend der Beziehung zueinander. Diese Stellvertreter fühlen sich in ihre Rolle hinein und erhalten unbewußt Informationen aus dem „wissenden oder morphogenetischen Feld“ d.h. sie fühlen sich entsprechend den Personen, für die sie aufgestellt wurden.

Auch abstrakte Begriffe wie Religion, Rätsel oder Heimat können gestellt werden.

Der Therapeut fragt nun einzeln die Stellvertreter nach ihren Gefühlen und Bedürfnissen an diesem jetzigen Standplatz, wodurch die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander und die damit verbundenen Spannungen und Probleme deutlicher werden. Er versucht Identifizierungen (Stellvertreterfunktionen) mit früheren von schwerem Schicksal betroffenen Familienmitgliedern zu erkennen und sie zum Wohle des heute kranken Teilnehmers zu lösen. Dazu läßt er sogenannte „Frieden stiftende oder heilende Sätze“ den Vertreter - und nach dessen Austausch auch den Patienten - zu der Person, mit der er sich unbewußt bisher identifiziert hat, sagen.

Beispiel: „ Ich achte dein schweres Schicksal und gebe es dir zurück. Ich trage mein Schicksal und überlasse dir dein Schicksal. Schau wohlwollend auf mich, wenn ich jetzt dir zur Ehre das Beste aus meinem Leben mache.“

Gleichzeitig wird nach einer guten Stellung der Familienmitglieder zu einander gesucht, die der Patient sich als „heilendes Bild“ merken soll.

Diese Standbilder werden graphisch in Protokollen festgehalten.

Oft sind auch mehrere Aufstellungen nötig, um unterschiedliche Teilaspekte der Beziehungen untereinander zu klären.

Diese Bilder der Aufstellungen, d.h. die Versöhnung im Familien-system mit Achtung der Eltern und früherer Opfer schwerer Schicksale  wirken noch über Wochen nach und können Klarheit, Zusammengehörigkeitsgefühl und Kraft schenken und auch Krankheiten heilen oder verhindern.

Durch das Beobachten vieler Aufstellungen konnte B. Hellinger auch Gesetzmäßigkeiten in Beziehungssystemen herausfinden wie z.B. die Vorrangigkeit früher geborener oder das Gesetz des Ausgleichs von Geben und Nehmen.

Neuerdings wird diese Methode auch benutzt, um Systeme (z.B. Firmen oder bestimmte Fragestellungen) aufzustellen und gute Lösungen für die Beteiligten zu finden

 

 

Familienstellen ist eine zusätzliche Behandlungsmethode, mit der schwere Schicksalsschläge in der Ursprungs- oder jetzigen Familie, die uns heute seelisch oder körperlich beeinträchtigen – oft ohne das wir es wissen – aufgearbeitet werden können. Erst durch Versöhnung in unserem Familiensystem und Achtung der Eltern kann uns die Kraft unserer Vorfahren zur Bewältigung unseres eigenen Lebens zufließen.

 

Termin:  auf Anfrage

 

 

Freitag von 18.00 – ca. 22.00 Uhr: Vorstellung/ Einführung

Samstag von 10.00 – ca. 21.00 Uhr: Aufstellungen mit Pausen

Sonntag von 9.00 – ca. 17.00 Uhr: Aufstellungen mit Pausen

 

 

Verpflegung und Unterkunft: Übernachten zu Hause oder mit eigenem Schlafsack im Seminarraum kostenfrei möglich. Übernachtung im Doppelzimmer : 10,- € pro Pers./Nacht. Eigenverpflegung zum Teilen untereinander mitbringen oder im nahe gelegenen Laden kaufen; Küche vorhanden; Restaurants in der Nähe.

 

Seminarkosten: Auf Anfrage

 

Anmeldung: Anmeldung bitte schriftlich

 

Teilnehmerzahl: ca. 20 Personen

 

Literaturempfehlung: „Was die Seele krank macht und was sie heilt“ von Thomas Schäfer oder „Ohne Wurzeln keine Flügel“ von Bertold Ulsamer

Familienstellen: